BauFaK München vom 06. - 10. Juni 2012


1. Sylvensteinspeicher und Wasserbau-Versuchslabor

 

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Ein Muss für jeden interessierten Wasser- und Grundbauer! Die größte Talsperre Bayerns beeindruckt nicht nur durch ihre Höhe und Funktion, sondern auch durch die unglaublich schöne Lage am Rande des Karwendelgebirges. Fleißige Exkursionsteilnehmer erwartet ein spannender Vortrag über die Speicherbewirtschaftung und eine Baustelle zur Ertüchtigung des Dammes. Nach über 50 Jahren Bestand und einigen Extremhochwässern entspricht der Sylvensteindamm nicht mehr den aktuellen Vorgaben. Durch eine 70 Meter tiefe Schlitzwand, die durch eine ca. 250t schwere Fräse hergestellt wird, soll der Dichtungskern ertüchtigt werden. Zu den Ertüchtigunsmaßnahmen zählt auch der Einbau eines Kontrollstollens in den schon bestehenden Erddamm, ein bisher einzigartiges Unterfangen, das aufgrund der geologischen Gegebenheiten einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Im Anschluss an die Besichtigung des Sylvensteinspeichers fahrt ihr zum Versuchslabor unseres Wasserbaulehrstuhls der TUM in Obernach und könnt aktuelle Forschungsvorhaben bestaunen.

2. Trinkwassergewinnung im Mangfalltal

 

trinkwasser smallDie Münchner hatten Glück: Die Rechte an der Trinkwassergewinnung im Mangfalltal sind für weitere 100 Jahre gesichert. Grund genug für eine Exkursion würden wir sagen, zumal die Münchner Trinkwassergewinnung nahezu einzigartig ist, kommt sie doch aufgrund der günstigen Höhenlage gänzlich ohne die Verwendung von Pumpen aus. Daher schicken wir euch nach einem Vortrag der Stadtwerke München mit dem Bus in Richtung Tegernsee. Dort erfahrt ihr alle historischen Facts zur Wassergewinnung und den ökologischen Konzepten zum Schutz dieser Gebiete und besichtigt die Anlagen der Grundwasserfassung Reisach, die Grotzinger Fassung sowie einen Spiralschacht.

3. Münchner Untergrund und Kläranlage Großlappen

 

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„Sie“ ist zurück und das in Reinform! Jetzt gibt‘s was auf die Nase, könnte man sagen! Aber ganz so schlimm wird es nicht - im Gegenteil! Die Kanalisation in München hat einiges zu bieten: Gebaut durch Max von Pettenkofer Ende des 19. Jahrhunderts ist sie noch heute in unveränderter Form intakt und sorgt für „Ihre“ Entsorgung, früher wie auch heute. Nach der Besichtigung verschiedener Kanalabschnitte und eines beeindruckenden Regenrückhaltebeckens unter der Führung des kurzweiligen Kanalexperten Ben Tax geht die Exkursion weiter zur Kläranlage Großlappen, die sich mit ihren vier Faultürmen fast autark mit Strom versorgt und mit ihrer Leistungsfähigkeit das Abwasser der kompletten Großstadt München verarbeiten kann.

Warm anziehen und feste Schuhe einpacken, denn im Untergrund ist es kalt!

4. Verkehrsanlagen

 

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Ihr mögt Verkehr? Gut, wir auch! Daher fahren wir mit unserem Partner, den Stadtwerken München, zu den verschiedensten U-Bahn-, Bus- und Tram-Bahnhöfen innerhalb Münchens. Herausgeputzt, teilweise renoviert und neu gebaut lassen die angesteuerten Ziele das Herz eines jeden Verkehrsspezialisten höher schlagen. Denn die verschiedenen Stationen haben durch ihr künstlerisches Lichtdesign, reflektierende Stahlelemente und die interessante Architektur kaum noch etwas mit üblichen Haltestellen gemeinsam. Und nicht zu vergessen: Die überdimensionale Ampelkonstruktion im Innenhof der Stadtwerke blinkt auch für euch!

5. Flughafen München

 

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Weil wir so froh sind, dass ihr endlich alle nach München kommt, wollen wir euch so schnell wie möglich wieder loswerden und mit dem nächstbesten Flug nach Timbuktu schicken. NIEMAAALS!

Stattdessen werdet ihr zunächst etwas über die Vorfeldkontrolle am Münchner Flughafen erfahren und anschließend eine Rundfahrt über den Flughafen mit Besichtigung von Vorfeld, Hangar, Kerosinlager uvm. erhalten. Danach geht’s zur Gepäckabfertigung - wahrscheinlich der Höhepunkt für alle Logistik-Liebhaber. In der Mittagspause hat jeder die Möglichkeit, die kostenlose Ausstellung im Besucherzentrum mit historischen Flugzeugen zu besuchen, bevor es am Nachmittag mit dem Thema Flugsicherung inklusive der Besichtigung des Towers weiter geht. Und wenn wir Glück haben, dürft ihr sogar den Fluglotsen über die Schulter schauen!

6. Fraunhoferinstitut Holzkirchen

 

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Interessiert an einer Kombination aus Bauphysik und weltweiter Einzigartigkeit?

Dann seid ihr bei dieser Exkursion genau richtig! Am Fraunhofer-Institut in Holzkirchen, dem weltweit größten Freilandversuchsgelände für komplexe bauphysikalische Untersuchungen, werdet ihr die Abteilungen „Raumklima“ und „Fassadensysteme“, sowie den Innenraum des Fluglabors besichtigen.

Und wer hätte es gedacht? Auch das Fluglabor (Flight Test Facility) ist weltweit einmalig! Hier können bis zu 80 Personen realitätsnah den typischen Flugbedingungen ausgesetzt werden. Leute mit Flugangst brauchen aber keine Angst zu haben: Ihr werdet mit dem Bus dorthin gebracht! ;)

7. Joseph-Pschorr-Haus

 

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Eine Exkursion, die hält, was ihr Name verspricht und die Tragwerksplanerherzen höher schlagen lässt!

Es geht zu einer der derzeit größten Baustelle im Herzen Münchens!

Die Abrissarbeiten des alten Gebäudekomplexes wurden 2011 abgeschlossen, was blieb ist eine riiiiiiesige Baugrube. Und das mitten in der Fußgängerzone Münchens! Und jetzt? Jetzt geht es daran ein insgesamt 10-stöckiges Gebäude (4 Untergeschosse + 5 Obergeschosse) zu errichten, möglichst ohne die bestehende Nachbarbebauung und den dicht angrenzenden S-Bahn-Tunnel in Mitleidenschaft zu ziehen. Leichter gesagt als getan! Doch zum Glück gibt es ja die Deckelbauweise und modernste Berechnungsprogramme, deren Ergebnisse euch ebenso vorgestellt werden wie der gesamte Ablauf des Projekts inklusive lustiger und spannender Komplikationen im Bauablauf und natürlich der Besichtigung der Baustelle.

Die Exkursion beginnt mit einer Projektpräsentation bei der Zilch+Müller Ingenieure GmbH.

8. Luise-Kiesselbach-Platz und Centrum Baustoffe und Materialprüfung

 

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Bildquelle: Landeshauptstadt München

Münchens größte Baustelle hat für jeden etwas zu bieten: Baubetriebler kommen ebenso auf ihre Kosten wie Grundbauer und Verkehrsplaner. Dieses Riesen-Projekt kostet die Stadt insgesamt 398,5 Mio. € und der Bau wird sich über 10 Jahre hin bis 2017 erstrecken.

Der Umbau der meistbefahrensten Straße Münchens, des Mittleren Rings, soll den ampellosen Verkehrsfluss von der Garmischer zur Lindauer Autobahn ermöglichen.

Dabei erfreut er das junge Ingenieurherz mit tiefen Bohrpfahlreihen und einem Doppelgeschoss-Tunnel, der in Deckelbauweise ausgegraben wird.

Da der Durchgangsverkehr weiter aufrecht erhalten werden muss, wird die Straße stellenweise bis zu 18 Mal umgelegt. Die Firma Obermeyer übernimmt die Objektüberwachung für die Kanal-, Straßen- und Ingenieurbauarbeiten sowie für die Überwachung der Verkehrssicherung der Großbaustelle und gibt euch damit einen Einblick in alle Bereiche.

Am Nachmittag könnt ihr euch im Centrum Baustoffe und Materialprüfung (CBM) der TUM so richtig austoben. Das CBM ist eines der bedeutendsten Forschungs- und Prüfinstitute für Baustoffe in Deutschland. Nach einer Führung durch das Institut könnt ihr auch selbst mittels Infrarot-, Radar- und Ultraschall-Technik zerstörungsfrei prüfen!

9. Stadtführung mit Consti

 

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Die Stadtführung führt euch durch die historische Altstadt Münchens. Vom Gasteig hinab über die Isar, erlebt ihr die verschiedenen Facetten der "Weltstadt mit Herz". Durch schöne Gassen hindurch schlendernd erlebt ihr das typische Münchner Lebensgefühl mit unserem sympathischen und beinahe allwissenden Consti (siehe Foto).

Den Abschluss bildet der Besuch des Englischen Gartens. Lasst euch verzaubern vom Millionendorf!

Mitzunehmen sind Badeklamotten, Fotoapparate und Interesse!

10. Isarbrücken-Radltour

 

isar smallIhr mögt Brücken, vor allem alte?

Dann folgt unserem Holzbau-Lehrstuhl zur Grünwalder, Thalkirchener, Brudermühl- und Großhesseloher Brücke, um nur einige der zwölf Bauwerke zu nennen, die euren Weg von Grünwald im Süden bis in den Englischen Garten in der Stadtmitte kreuzen. Dabei hat jede Brücke etwas für ihr Entstehungsjahr Einzigartiges zu bieten, sei es eine bestimmte Bauweise oder die besondere Architektur.

Dabei seid ihr mit dem Fahrrad unterwegs und könnt - neben dem für die Brückenbauer wohl interessantesten Teil - auch die fertige Isarrenaturierung bewundern, die wiederum das Herz der Wasserbauer höher schlagen lässt.

Abgerundet wird die Exkursion durch einen Besuch des Englischen Gartens. Hier könnt ihr eure geschundenen Glieder in griabiger (bayerisch für gemütlich) Stimmung mit einem kühlen Hellen entspannen. Eine Gut-Wetter-Exkursion (entfällt bei Regen!), bei der ihr euch auch von eurer „sportlichen“ Seite zeigen könnt. Geeignet für alle, die Rad fahren können!

Fahrradhelm darf jeder selbst mitnehmen. :D

11. Moor is more!

 

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Hochmoorrenaturierung Schwarzlaichmoos

Wo der Mensch eingegriffen hat, gilt es heutzutage nach neuen Maßstäben des Umweltschutzes diese Eingriffe wieder in Ordnung zu bringen. Daraus ergibt sich jede Menge an interessanter Arbeit im Spannungsfeld von Ökologie vs. Ökonomie. Beides super Argumente, um sich die Renaturierungs-Projekte am Fluss Ammer und in deren Umgebung genauer anzuschauen.
 

Naturburschen und –mädels aufgepasst: Simons Papa ist ein „griabiger" Kerl. Er macht Gartenbau- und Landschaftsbauarbeiten, sowie Landschaftsschutz und –ökologie und begleitet euch auf eurem Ausflug in das wunderschöne Bayrische Oberland. Dabei erzählen er und ein weiterer Fachmann vom Bund Naturschutz euch einiges zu interessanten Themen der Ökologie des Alpenvorlands: vor allem zu Renaturierungen von Mooren, deren naturschutzfachliche Bedeutung nicht zu leugnen ist, und über die komplizierte Hydrologie.

Wanderschuhe einpacken!

12. Besuch beim Chemiewerk der Wacker Chemie AG

 

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Als führender Spezialchemiehersteller realisiert die Wacker Chemie AG weltweit einzigartige Bau- und Infrastrukturprojekte an ihren Standorten im verfahrenstechnischen Großanlagenbau.

Ihr werdet ins sogenannte „bayrische Chemiedreieck“ nach Burghausen fahren (dem größte Chemiestandort in Bayern) und euch dort auf dem insgesamt zwei Quadratkilometer großen Werkgelände, ein aktuelles Bauprojekt anschauen. Dabei erfahrt ihr Einiges über die Herausforderungen eines Großprojekts mit chemischer Verfahrenstechnik. Bau- und Umweltingenieure übernehmen dabei in allen Phasen, von der Planung bis zur Bauausführung und Projektüberwachung, eine große Verantwortung.

Außerdem könnt ihr im Gespräch mit berufserfahrenen Fach- und Führungskräften persönliche Informationen aus erster Hand über Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten erhalten.

Was gibt es noch bei Wacker Chemie?

Der große Energiebedarf des Werkes wird auf umweltverträgliche Art in den Alzwerken, dem größten industriellen Wasserkraftwerk Deutschlands, mit einer Leistung von jährlich etwa 270 Mio. kWh Strom, auf dem Gelände selbst produziert.

Durch das moderne Logistikzentrum mit Containerterminal und direktem Bahnanschluss werden ca.750.000 Tonnen Wacker-Produkte pro Tag abtransportiert.

13. Ehemaligen-Exkursion

 

Staubst du noch oder (er)lebst du schon? Was genau ihr erleben werdet, wissen wir selbst noch nicht! Das liegt allerdings nicht daran, dass uns nichts einfällt, sondern, dass wir uns schlicht und einfach nicht entscheiden können, welche der vielen genialen Ideen wir umsetzen wollen!

Zur Not packen wir eben alles in eine Exkursion! Als in die Jahre gekommener BauFaKler ist man ja so einiges gewohnt, da müsst ihr dann halt durch. ;)

PS: Da ihr ja alle schon fleißig am Geld verdienen seid, hoffen wir, dass es euch nicht stört, einen kleinen Unkostenbeitrag zu leisten. Also Taschengeld einpacken!

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